Maßnahme AZAV 962/22/17

Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein-MAT (taktilum ist für alle Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung im Rahmen des § 45 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1-5 SGB III zertifiziert)

In acht Phasen zum Arbeitsplatz - Kurzkonzept

Ein Auszug aus dem Konzept zur belastungsgerechten Arbeitsplatz-Analyse, -Suche, -Einführung,-Anpassung und -Begleitung für arbeitslose Menschen mit Behinderung mit zwei und mehr Vermittlungshemmnissen
Zusammenfassung (bei weiterführendem Interesse, vereinbaren Sie gerne einen Termin)

taktilum erarbeitet im Sinne des Inklusionsgedankens gemeinsam mit seinen Klienten*innen die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt. Trotz der Zertifizierung der Maßnahme auf 12 Monate, hat taktilum keinen definierten Zeitrahmen für die Zusammenarbeit mit den Klienten*innen. Der Zeitaufwand orientiert sich nach den mitgebrachten Voraussetzungen und Unterstützungsbedarf des Arbeitsuchenden. Der Erfolg kann schon nach ein paar Wochen eintreten aber auch Monate in Anspruch nehmen. Die Kosten für die Maßnahme sind gedeckelt, sodass die Teammitglieder der Agentur für Arbeit und der JobCenter über die Vergabe der Maßnahme ohne Teamleitung entscheiden können. Die Leistungen werden monatlich abgerechnet. Die Maßnahme wird in Teilzeit i.d.R. an zwei Tagen/Woche durchgeführt. Die Einzeltermine bei taktilum werden mit den Teilnehmern abgesprochen.

Um die Barrierefreiheit auf der anderen Seite zu gewährleisten, unterstützt taktilum auch die Arbeitgeber bei der Beantragung von Fördermitteln. Die Begleitung am Arbeitsplatz hat kein definiertes Ende, sodass Arbeitgeber und Klienten*innen die Beratung von taktilum ohne Zeitlimit in Anspruch nehmen können. taktilum hat sein Ziel erreicht, wenn die Klienten*innen (zumindest überwiegend) konsequent und selbstbewusst in ihren gewonnen Kompetenzen regelmäßig und selbständig die Bewerbungsaktivitäten anwenden können und wollen. Hierzu ist ein Konzept entwickelt worden, dass sich an die individuellen Herausforderungen der Klienten*innen anpassen lässt.
Die Zusammenarbeit gliedert sich in acht Phasen.

In 8 Phasen zum Arbeitsplatz

 

1. Einführungsphase

2. Strategiephase 

3. Präsentationsphase

4. Vorbereitung Bewerbungsphase

5. Umsetzung Bewerbungsphase

6. Einarbeitungsphase 

7. Begleitungsphase

8. Minderleistungsausgleich

Die Zusammenarbeit bedeutet konkret, dass taktilum seine Klienten*innen bei der Aktivierung zur Erlangung eines belastungsgerechten sozialversicherungspflichtigen Voll- oder Teilzeitarbeitsplatzes professionell zur Seite steht und sie bei den Tätigkeiten unterstützt, für die Hilfebedarfe bestehen. Die Klienten*innen erarbeiten große Teile in überschaubaren Aufgaben selbständig zuhause und sitzen keine (kostenpflichtigen) Stunden unnötig beim Träger herum. Gleich bei der Erstberatung klärt taktilum, dass die Klienten*innen von Situation zu Situation entscheiden, ob der Berater bildlich gesehen:
* vor den Klienten*innen steht und für sie in Aktion tritt (beispielsweise bei potentiellen Arbeitgebern anruft und für ihn spricht),
* neben ihnen steht (z.B. bei einem Vorstellungsgespräch begleitet und als Experte spricht)
* oder im Hintergrund bleibt (das heißt, in den Vorbereitungsphasen zwar aktiv mit den Klienten*innen zusammenarbeitet, für den Arbeitgeber aber erst dann in Erscheinung tritt, wenn es konkreten Bedarf dafür gibt).

taktilum versteht seine Aufgabe auch darin, seine Klienten*innen nachhaltig zu beraten und zu coachen. Das Coaching umfasst den Zeitraum vom Erstgespräch bis zur Begleitung am Arbeitsplatz und erfolgt überwiegend aus einer Hand, von einer Ansprechperson.
Die Zusammenarbeit erfolgt in individuellen Einzelterminen, in denen bedarfsgerecht die Kompetenzen für den Bewerbungsprozess im ersten Arbeitsmarkt erarbeitet werden. Hierzu wird ein Handlungsplan entworfen, der die einzelnen Schritte nachvollziehbar macht und eine Übersicht der zukünftigen Schritte zulässt. Eine nachträgliche bedarfsgerechte Anpassung des Planes ist jederzeit in Absprache möglich und erwünscht.

Darüber hinaus nutzt taktilum bei der Erarbeitung besserer Bewerbungskompetenzen die Wirkung der Peergroup. Der überwiegende Teil der Klienten*innen von taktilum nutzt die Teilnahme an einem fünftägigen Starter-Workshop. Hier werden in einer Kleingruppe von 4-6 Personen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Verbesserung der Bewerbungsstrategie erarbeitet. Ein wichtiger Effekt dieses Workshops ist das Feedback aus der Gruppe. Hier werden insbesondere die Fähigkeiten hervorgehoben und Chancen auf dem Arbeitsmarkt verstärkt. Gleichwohl werden von der Peer die Wunschvorstellungen des Einzelnen auf ihre realen Chancen hinterfragt und überprüft.

Sind alle Vorbereitungen für die Bewerbung (Phase 1 - 4) abgeschlossen, haben die Klienten*innen die Möglichkeit sich bei der persönlichen Bewerbungstour von ihrem Coach begleiten zu lassen, um im Idealfall direkt vor Ort einen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu bekommen. Die Klienten*innen entscheiden auch hier, ob der Coach beim Gespräch dabei ist oder für den Arbeitgeber nicht sichtbar wartet. Nach jedem Vorsprechen und der Abgabe des Bewerbungsflyers/Kurzprofils kann ein direktes Feedback gegeben werden und Verbesserungen der Strategie für das nächste Gespräch eingeflochten werden.

Nach Abschluss eines Arbeitsvertrages, trägt taktilum aufgrund seiner oder fremder Fachkompetenzen zur maximalen Kompensation der Beeinträchtigungen seiner Klienten*innen bei und organisiert die Einrichtung des Arbeitsplatzes entsprechend der besonderen Bedarfe. Vor Aufnahme der Arbeit und begleitend dazu, berät taktilum innerhalb seiner Fachkompetenzen das direkte Arbeitsumfeld, also Kollegen und Vorgesetzte, um prophylaktisch zur Krisenintervention beizutragen und Konfliktpotentialen entgegenzuwirken, die in der Person der Klienten*innen liegen. Das geschieht, in dem taktilum das Umfeld in die Besonderheiten der Klienten*innen einweist. So sollte man beispielsweise beim Betreten und Verlassen eines Raumes, in dem ein blinder Mensch arbeitet, seine An- und Abwesenheit verbal ankündigen oder bei einer Person mit Hörschädigung darauf achten, nur im direkten Augenkontakt zu kommunizieren, damit das Lippenbild zum Ablesen der Worte sichtbar bleibt. Abgewandte Personen kann kein Hörgeschädigter verstehen.

Zur Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme bietet taktilum im Rahmen der Maßnahme individuelle Präventionsmaßnahmen und Coaching on the job an. Die bis dahin vertrauensvolle Zusamenarbeit kann so die angstfreie Umsetzung der jeweiligen Fähigkeiten im jeweiligen Berufsfeld verstärken und unterstützt eine planvolle Arbeitsgrundlage. Diese Phase kann ebenso über einen AVGS bewilligt werden. Hier ein bewährtes Beispiel:

Ziel der Maßnahme: Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme §16 Abs. 1 SGB II i.V.m. §45 Abs 1 Satz 1 Nr. 5 SGB III - Inhalt der Maßnahme: Stabilisierung nach Aufnahme der Beschäftigung gemaß Konzept taktilum mit der Maßnahmenummer 962/17/22
Maximale Maßnahme: 12 Monate - Zeitlicher Umfang: Teilzeit, nach Absprache zwischen Kunde und Träger.

Um nicht nur den beruflichen Rahmen zu fokussieren, bietet taktilum einmal monatlich ein sog. Peergroup-Treffen an. Das Treffen wird wie alle Termine Reha-pädagogisch vorbereitet, begleitet und nachbereitet. Die Teilnahme ist freiwillig und dient dem zwanglosen Zusammensein der Arbeitsuchenden aber auch der vermittelten Klienten*innen von taktilum und ihrem Austausch untereinander.